Berichte aus dem SFB

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Kiel meets Mindelo

– Forschungsfahrt mit der MARIA S. MERIAN vor den Kapverden –


Forscher untersuchen die Zirkulation und Ökosysteme im tropischen Nordostatlantik - Premiere: drei Schüler des Gymnasiums Heikendorf zum ersten Mal auf Expedition.
 

Vom 18. April bis 3. Mai 2008 begleiten zum ersten Mal drei Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Schule, Heikendorf, Forscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) auf einer großen Expedition. Die Forschungsfahrt mit dem modernsten deutschen Forschungsschiff Maria S. MERIAN startet in Mindelo auf den Kapverden und führt in den tropischen Nordostatlantik, um unter anderem Informationen über die Sauerstoff-Verteilung im Ozean zu gewinnen.

 

FS MARIA S MERIAN
Merian am Anleger in Kiel. (Copyright: Andreas Villwock, IFM-GEOMAR)


Tammy Jacobsen-Bialas (17 Jahre), Lisa Kerl (15 Jahre) und Tom Visbeck (16 Jahre) werden an Bord Meeresforschung „live" erleben. Sie werden in den streng geregelten Tagesablauf an Bord eingebunden, unterstützen die Wissenschaftler beispielsweise bei Laborarbeiten und müssen auch regelmäßig Nachtwachen schieben. Gleichzeitig erleben sie einen Schüleraustausch der besonderen Art: In Mindelo treffen sie zwei kapverdische Schüler und einen Lehrer, die das Wissenschaftler- und Schülerteam auf der Forschungsfahrt begleiten.

Die drei Heikendorfer Schüler engagieren sich seit Jahren in unterschiedlichen Schulprojekten von „NaT-Working Meeresforschung" und „Ozean der Zukunft" oder wollen zukünftig tiefer in die spannende Materie „Meereswissenschaften" einsteigen. Die Reise der Schüler wird vom Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft" unterstützt, der sich gemeinsam mit dem von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt „NaT-Working Meeresforschung" dafür einsetzt, Schülerinnen und Schülern die Faszination „Meeresforschung" näher zu bringen. Einen Eigenanteil zur Reise tragen die Eltern, die aus Mitteln der „Susanne und Dr. Klaus Reger Stiftung" entlastet werden.

Erster Einsatz des Forschungsgerät OTIS im Atlantik

Auch für die Wissenschaftler gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal wird das neue Forschungsgerät OTIS (Ocean Tracer Injection System) im Atlantik eingesetzt. Seine erfolgreiche Feuertaufe hatte OTIS bereits im vergangenen September in der Ostsee absolviert. Mit OTIS können langlebige Spurenstoffe, so genannte Tracer, im Ozean ausgebracht und deren Ausbreitung in Langzeitstudien verfolgt werden, um mehr über die Vermischung unterschiedlicher Wassermassen zu erfahren.

Ocean Tracer Injection System
Ocean Tracer Injection System (Copyright: Mario Müller, IFM-GEOMAR)


Der Spurenstoff wird vor den Kapverdischen Inseln mit Hilfe von OTIS in ca. 250 Metern Tiefe abgesetzt. Die Ausbreitung des für die marine Umwelt ungiftigen Stoffes wird auf in mehrmonatigen Abstand folgenden Kontrollfahrten durch Entnahme von Wasserproben verfolgt. Daraus lassen sich wichtigen Rückschlüsse über Vermischungsprozesse und Strömungsverhältnisse in dieser Region ziehen.

Das Forschungsgerät OTIS wurde mehrheitlich aus Fördermitteln des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft" finanziert - unterstützt durch Finanzmittel des IFM-GEOMAR und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW). Bisher ist weltweit nur ein weiteres solches Gerät im Einsatz.

 

(Presseinformation vom 18.4.08; Quelle: Exzellencluster "Ozean der Zukunft"